FORSCHUNG

Die Digitalisierung tritt schon lange nicht mehr nur im bargeldlosen Bezahlen oder in der Verwendung von Apps nach außen hin in Erscheinung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Digitalisierung sich nicht nur politisch zum einschneidenden Präsenzthema entwickelt, sondern auch rechtlich nie zuvor dagewesene Brisanz erlangt hat.

 

 

Die Digitalisierung verfügt über zahlreiche Facetten und betrifft viele, vielleicht sogar alle Teildisziplinen des Rechts. So führt beispielsweise die Entstehung digitaler Plattformen zu völlig neuen Rechtsfragen nicht nur im Recht der Wohnraumbewirtschaftung und des öffentlichen Nahverkehrs, sondern auch im Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder im Kartellrecht. Die rasante Entwicklung der künstlichen Intelligenz wirft im Antidiskriminierungsrecht ebenso Rechtsfragen auf wie im allgemeinen Vertrags- oder im Gesellschaftsrecht. Blockchain- und Distributed-Ledger-Technologien haben geld- und währungsrechtliche Implikationen („Bitcoin“), zeitigen aber potentiell auch im Register-, Sachen- und wiederum Gesellschaftsrecht Wirkungen. 

 

 

Das Institut für das Recht der Digitalisierung dient der Erforschung dieser vielfältigen rechtlichen Implikationen von verschiedenerlei Digitalisierungsphänomenen. Ziel ist die zukünftig rechtsgebietsübergreifendeund interdisziplinäreErforschung des Rechts der Digitalisierung. In seiner Gründungsphase liegt der Forschungsschwerpunkt zunächst auf dem Wirtschafts-, Gesellschafts-, Bank- und Kapitalmarktrecht auf deutscher, europäischer wie internationaler Ebene. Besonderes Interesse gilt dabei der Digitalisierung des Finanzsektors (FinTech), aber etwa auch des Rechtsberatungsmarktes (LegalTech).

 

Gerade in diesen Rechtsgebieten gewinnt die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung. Grundlegende Expertise nicht nur in juristischen, sondern auch technischbasierten Fragen ist für den Juristen der Zukunft unerlässlich. Zahlreiche Chancen und bis dato noch nicht überschaubare Risiken der Digitalisierung spiegeln sich in neuen Berufsperspektiven und einem veränderten juristischen Arbeitsumfeld wider. Die Integration der Digitalisierung in die juristische Ausbildungist daher weiteres fundamentales Ziel des Instituts. 

 

 

Die Forschung fundiert auf einem fruchtbaren Austausch zwischen Rechtsprechung, Lehre, der beratenden Rechtspraxis und der Aufsichtsbehörde. Zu diesem Zweck wurde, neben Vortragsabenden, eine Tagungsreihe ins Leben gerufen, die erstmalig im Juni 2018 zum Thema „Digitalisierung – Recht – Finanzen“an der Philipps-Universität Marburg stattfand. Die Veranstaltungsreihe soll jährlich unter wechselnden Oberthemen fortgesetzt werden soll. Die nächste Tagung findet am 7. Juni 2019 unter dem Thema „Gesellschaftsrecht im digitalen Wandel“ statt. 

 

Das Programm und das Anmeldeformular zur Tagung finden Sie hier: Tagungsprogramm 2019 (pdf).

Philipps-Universität Marburg


Fachbereich Rechtswissenschaften
Institut für das Recht der Digitalisierung

 

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